Demokratische Grundwerte mit viel Herz vermitteln und erleben

Realschule Munster erhält den Titel „Europaschule in Niedersachsen“

„Europaschule in Niedersachsen“, diesen Titel darf die Realschule Munster fortan tragen. Am Donnerstag, 01. September 2022, hat sie diese besondere Auszeichnung im Rahmen einer feierlichen Zertifizierungsveranstaltung erhalten.

„Europa, das ist für mich in erster Linie ein Ausdruck von Haltung“, sagte Landrat Jens Grote in seinem Grußwort. Gerade im Hinblick auf die Krisen in dieser Welt sei es wichtig, Demokratie und Menschenrechte vorzuleben. Und das tue die Realschule Munster, „schön, dass sie den Heidekreis bereichert.“ Er machte aber auch deutlich, dass diese Werte nicht selbstverständlich seien, sondern immer wieder neu erkämpft werden müssten. „Die EU-Flagge, die nun vor der Realschule Munster weht, bedeutet aber auch Verantwortung und Verpflichtung,“ so Grote.

Sichtlich erfreut zeigte sich auch der Munsteraner Bürgermeister Ulf-Marcus Grube: „Die Verleihung ist eine große Aufwertung für Munster als Lebensort.“ In seinen Augen ist die europäische Ausrichtung alternativlos. Auch er machte deutlich, wie wichtig der europäische Gedanke sei. „Hinter der Plakette „Europaschule in Niedersachsen“ stehen Grundwerte, die es jeden Tag wieder zu verteidigen gilt“, so Grube.

In seiner Begrüßung erläuterte Schulleiter Björn Edelmann die Motivation, an der Zertifizierung teilzunehmen: „Ich bin überzeugt, dass wir dadurch einen weiteren und ganz bewussten Schritt in Richtung des interkulturellen Gedankens gehen werden und die demokratischen Werte unserer Gesellschaft noch gezielter vermitteln können. Vor dem Hintergrund, dass in anderen Teilen der Welt Staaten einen anderen, nicht-demokratischen Weg gehen, müssen wir dieser Entwicklung etwas entgegensetzen und seien die Schritte auch noch so klein.“   

Glückwünsche kamen aber auch aus der Landeshauptstadt Hannover und der Bundeshauptstadt Berlin. In einer Videobotschaft betonte Kultusminister Grant Hendrik Tonne die hohe Bedeutung dieses Titels: „Diese Auszeichnung bekommen nur Schulen, die sich wirklich anstrengen, den europäischen Prozess in den Schulalltag zu integrieren“, so der Minister. Europäische Werte wie Solidarität seien nicht verhandelbar, umso wichtiger sei es, diese Werte im Schulalltag vorzuleben und sie den Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg zu geben. Dieses sei auch ein wichtiges Zeichen gegen eine drohende Spaltung der Gesellschaft.

Eine Videogrußbotschaft schickte auch der Bundestagsabgeordnete und SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil, er lobte das bisherige Engagement der Schülerinnen und Schüler für Europa und rief sie auf: „Macht euch stark für Europa.“

„Solch eine Auszeichnung wird nicht verschenkt“, erklärte Regierungsschuldirektor Jörg Keyßner während der feierlichen Übergabe der entsprechenden Plakette, der Urkunde und der Europaflagge, „an dieser Schule werden Projekte gemacht, die nachhaltig sind. Das sind ganz wichtige Bausteine.“ An der Realschule Munster gebe es eine Schulkultur, die von der guten Zusammenarbeit zwischen Schulträger und Schule, aber vor allem von dem Kollegium lebe, „und das mit ganz viel Herz“, so Keyßner.

Laut Ministerium vermitteln „Europaschulen in Niedersachsen“ ihren Schülerinnen und Schülern ein umfassendes Wissen über Europa und tragen zur Stärkung der gemeinsamen europäischen Grundwerte und zum Verständnis für die europäische Kultur und Vielfalt bei. Sie bieten ihren Schülerinnen und Schülern vielfältige Möglichkeiten, Europakompetenzen zu entwickeln, und bereiten damit auf das Leben und Arbeiten in Europa vor. Der Titel gilt für die nächsten sechs Jahre, dann erfolgt eine Re-Zertifizierung. Der Zertifizierungsprozess selbst hat ungefähr eineinhalb Jahre gedauert. Die dafür nötige Dokumentation umfasst rund 200 Seiten. In ihnen enthalten sind Beschreibungen über bereits laufende Projekte wie zum Beispiel die „Ukrainian Buddies“, die London-Fahrt im 10. Jahrgang, die Berlin-Fahrt im 9. Jahrgang oder auch das Demokratie-Projekt „75 Jahre Niedersachsen“. Geplant sind aber auch weitere europäische Projekte wie ein Schüleraustausch mit Frankreich oder auch mit Polen.

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